Von Nouadhibou nach Atar: Die legendäre Erzeisenbahn

Nach ein paar Erholungstagen bei Victor (Villa Maguela) sind wir dann aufgebrochen in Richtung Atar. Wir haben aber nicht die normale Straße genommen – was auch ein großer Umweg gewesen wäre –, sondern sind geradeaus durch die Wüste gefahren, immer an der Strecke der legendären Erzeisenbahn entlang.

Die Piste ist etwa 400 Kilometer lang und hat es durchaus in sich: Sie führt mal durch harte, steinige Abschnitte, mal über richtig festen Untergrund und immer wieder durch sandige Passagen mit ordentlich Tiefsand.

Die Erzeisenbahn hier in Mauretanien ist der längste und schwerste Zug der Welt. In der Regel ziehen drei oder vier Lokomotiven bis zu 200 Waggons hinter sich her. Das ist ein unfassbarer Anblick, der Zug ist dann mal eben 2 bis 3 Kilometer lang! Hier mit persönlich Gruß …

Es gibt immer wieder Rucksacktouristen und Verrückte aus aller Welt, die hier „Train-Hopping“ machen. Das heißt, sie fahren entweder auf einem der bis oben hin mit Erz gefüllten Waggons mit, oder sie spannen ihre Hängematten in die leeren Waggons auf dem Rückweg. Der Zug braucht für die gesamte Strecke von 700 Kilometern ungefähr 20 Stunden. Ich persönlich kann diesem „Vergnügen“ absolut nichts abgewinnen. Wer da mitfährt, ist danach von Kopf bis Fuß komplett schwarz vor Staub und hat 20 Stunden lang furchtbaren Lärm, ohrenbetäubendes Kettengerassel, quietschende Räder und ein gnadenloses Geschüttel ertragen müssen. Nein, danke.

Wir haben da lieber die absolute Stille der Wüste genossen und uns abends wunderschöne Übernachtungsplätze gesucht. Man hätte die 400 Kilometer natürlich auch deutlich schneller bewältigen können, aber wir wollten ganz bewusst ein paar Nächte draußen im Sand verbringen.

Obwohl man eigentlich denkt, man sei hier draußen am Ende der Welt und völlig alleine, ist man doch immer wieder überrascht: Plötzlich tauchen irgendwelche Nomaden aus dem absoluten Nichts auf – mal zu Fuß, mal mit dem Auto –, kommen auf einen Tee vorbei und halten einen netten Plausch.

Jetzt sind wir in Atar im Camp Bab-Sahara angekommen. Wir ruhen uns kurz aus und bereiten uns auf die nächste große Etappe vor. Das nächste Ziel steht schon fest: Richtung „Auge der Sahara“.

Weitere schöne Fotos hierzu siehe mein Fotoalbum

1 Kommentar zu „Von Nouadhibou nach Atar: Die legendäre Erzeisenbahn“

  1. Hallo Kalle, hallo Max,
    wie schön, euch wieder durch den afrikanischen Kontinent folgen zu können.
    Danke für die vielen schönen Bilder und Eindrücke.
    Ich wünsche euch viele schöne Erlebnisse und Begegnungen mit alten und neuen Bekannten. Stelle mir vor, es ist ein bisschen wie nach Hause kommen.
    Lasst es euch immer wieder gut gehen und genießt in vollen „Zügen“😉. Der Zug wirkt durchaus länger als 2 – 3 km 😊.
    Es grüßt euch Margarete

    Antworten

Schreibe einen Kommentar