Ouadane – Ein Kleinod in der Wüste

Nach den Tagen in Atar ging es für uns wieder in sandiges Gebiet. Unser Ziel: Ouadane. Früher war das mal ein extrem wichtiger Knotenpunkt für die großen Karawanen, die mit ihren Gütern hier quer durch die Sahara gezogen sind – quasi das Tor zur Wüste. Heute ist es ein Mix aus zerfallener Ruinenstadt und Neustadt mitten im Nirgendwo und gleichzeitig unser letzter echter Vorposten, bevor es weiter in das „Auge der Sahara“ geht. Wenn man über die ruppige Piste anrollt und diese alten Steingebäude einfach so am Hang liegen sieht, ist das schon beeindruckend.

Vor dem Ort liegt das Camp und Hotel „Chez Sahida“, das es Overlandern erlaubt, sich mit den Autos dazuzustellen und die sanitären Anlagen zu nutzen.

Und vor allen Dingen auch das Restaurant!

Da es in letzter Zeit auch hier viel geregnet hat, steht buchstäblich alles unter Wasser. Die Wadis – eigentlich Flussbetten, die fast das ganze Jahr staubtrocken und befahrbar sind – sind jetzt randvoll und unpassierbar. Leider. Wir wissen aktuell noch nicht, ob wir überhaupt zum Auge der Sahara durchkommen. Eigentlich wollten wir danach sogar noch tiefer in die Wüste fahren, vielleicht bis zu einem verlassenen französischen Fort. Auf jeden Fall noch ein paar Tage und Nächte im Sand verbringen und die Sahara genießen. Inschallah. Wir warten hier bei Chez Sahida jetzt einfach noch ein paar Tage ab und schauen, wie sich das mit dem Wasser so entwickelt.

Somit hatten wir Zeit, uns mal den „neuen“ Teil des Ortes anzuschauen. Was sofort auffiel: Der Ort ist sauber! Einheimische haben uns erklärt, dass die Verwaltung hier penibel darauf achtet, dass kein Müll in die Gegend geworfen wird. Ein krasser Gegensatz zu den Drecklöchern wie Nouadhibou und Atar. Auch die Menschen waren hier extrem freundlich, besonders die Kinder und Jugendlichen. Sie haben uns direkt auf Englisch angesprochen und waren total stolz darauf, ihre Sprachkenntnisse mit uns auszuprobieren. Wir haben am Ende sogar WhatsApp-Nummern ausgetauscht, nett geklönt und zusammen Tee getrunken.

Es tut richtig gut zu sehen, dass es auch so positiv laufen kann – ganz ohne aggressives Betteln und Müllberge, wohin man schaut, wie an so vielen anderen Stellen in Afrika.

Zwischendurch haben wir nach einem Restaurant gesucht, um gemütlich einen Kaffee zu trinken. Lange gesucht und schließlich etwas gefunden. Das Schild draußen war super verheißungsvoll und vielversprechend. Drinnen sah die Welt dann allerdings wieder ganz anders aus – und wir waren froh, dass wir unseren Kaffee schon nach einer halben Stunde bekommen haben.

Aber das kennen wir ja schon von der letzten Tour: Die Werbeplakate haben meistens recht wenig mit dem tatsächlichen Angebot zu tun.

Ein wirklich großes Problem für mich als Puch-Fahrer ist aktuell die Benzinversorgung in Mauretanien. Diesel gibt es wohl überall, aber Benzin ist absolute Mangelware. Das Tankstellennetz ist hier draußen ohnehin extrem dünn gesät, und wenn die wenigen Tankstellen dann auch noch kein Benzin haben, wird es eng.

Max hat da mit seinem Diesel deutlich weniger Stress.

Noch ein Wort zum Verkehr: Gut, dass es wichtige Hinweisschilder gibt, damit man seine Fahrgeschwindigkeit frühzeitig anpassen kann…

Und zum Zustand mancher Autos hier fehlen einem ohnehin die Worte:

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