…hatten es noch in sich!

Aber von vorne: Nach dem „Auge der Sahara“ waren wir ja wieder im Camp „Chez Sahida“ in Ouadane.

Von hier aus sind wir dann durch den Sand über die „Oasis de Tanouchert“ in das 120 km entfernte Chinguetti gefahren. Es ist unglaublich, dass in dieser Oase überhaupt Menschen leben, so mitten im Nichts. Kein Strom, kein Telefon, weit weg von der nächsten Stadt.



Eine wunderschöne Tour durch Weich- und Tiefsand.



Von Chinguetti ging es weiter nach Atar ins Camp „Bab Sahara“. Leider ist dieses Camp nicht mehr das, was es zu seinen legendären Zeiten mal war. Seitdem der Gründer Justus vor ein paar Jahren gestorben ist und der Platz nun in einheimischer Hand ist, ist es teuer, dreckig und bietet keinen Service mehr.
Dann stand die geplante Strecke von Tidjikja nach Néma an: 800 km durch den Sand, davon 400 km ohne Piste – freies Fahren im Sand. Das hatten wir uns fest vorgenommen. Leider haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht – genauer gesagt ohne meinen benzindurstigen Puch und das mangelnde Benzin-Tankstellennetz. Mein Puch säuft im Tiefsand seine ca. 30 Liter. Da die Strecke rund 800 km lang ist und wir noch 200 km Reserve draufgeschlagen haben, hatten wir für 1000 km ca. 300 L kalkuliert:
- 90 Liter im Tank
- 80 Liter in 4 Jerrycans (Ersatzkanister)
- 75 Liter in 3 chinesischen Benzinsäcken à 25 L (s. Motorhaube)
- 40 Liter hatte Max noch in externen Kanistern für mich gebunkert
Ergo: 285 Liter Benzin in Atar getankt.

Die Strecke von Atar bis Tidjikja war auch gut 400 km lang (ca. 70 Liter Verbrauch auf diesem Untergrund). Genau diese Menge wollten wir in Tidjikja eigentlich nachtanken – es hieß, dort solle es Benzin geben. War aber nicht so! Also fehlten uns exakt diese 70 Liter Benzin für die große Etappe. Wir haben jede Tankstelle abgeklappert und die haben sogar rumtelefoniert, ob man irgendwoher noch ein paar Kanister Benzin bekommen könnte. Nein, keine Chance!
Ergo: Wir konnten die Tour nach Néma nicht machen. Das Risiko war einfach zu hoch, dass mir zwischendurch der Sprit ausgeht. Ob es am Ende in Néma überhaupt Benzin gegeben hätte, war nämlich auch nicht gesichert.
Wir beschlossen dann, nur einen Teil der Strecke zu fahren: von Tidjikja Richtung Tichitt. Rund 250 km durch den Sand und wieder zurück. Circa 40 km vor Tichitt wurde uns unsere etwas unsinnige Aktion dann bewusst und wir haben einfach umgedreht. Hin und zurück 500 km exakt dieselbe Strecke zu fahren, macht nicht wirklich Sinn und Spaß. Wir hatten auf dieser Tour aber trotzdem drei schöne Übernachtungen in der Wüste. Max hatte in der Zeit auch noch Geburtstag, den wir mit einem von mir mitgebrachten Dosen-Haselnusskuchen gefeiert haben.

Wieder zurück in Tidjikja haben wir uns dann direkt auf den Weg Richtung Senegal gemacht. Auch die nächsten größeren Orte hatten kein Benzin, aber wir hatten ja dank der geplatzten Néma-Tour noch genug Reserven gebunkert. Übrigens: Max hatte mit seinem Diesel in ganz Mauretanien absolut keine Probleme, an Nachschub zu kommen.
Die Strecke, um über Diama in den Senegal zu fahren, zog sich gewaltig. Schlimm war, dass die Temperatur in diesen Tagen immer bei etwa 45 Grad lag. Noch viel schlimmer war aber der heiße Wind dazu. Der war so heiß, dass es auf der Haut richtig wehtat. Bei diesen Temperaturen stieg dann auch noch die Luftfeuchtigkeit auf über 90 %. Unerträglich! Das Wasser aus der Luft floss buchstäblich am Armaturenbrett herunter – man glaubte manchmal, keine Luft mehr zu bekommen.
Der gefürchtete Damm, das letzte Stück vor der Grenze in den Senegal, war diesmal nicht ganz so schlimm wie auch schon mal.

Trotzdem: 60 km auf betonharter, furchentiefer Piste zu fahren, ist und bleibt kein Vergnügen. Der Grenzübergang ging dank unseres Fixers dann recht zügig, wir haben nur ca. 3 Stunden gebraucht. Danach noch eine Stunde Fahrt im Senegal und wir waren im gelobten Land: in der Zebrabar. Hier machen wir jetzt erstmal mindestens eine Woche Urlaub. Raus aus den Autos, Bungalow gemietet, alles aus dem Auto raus und saubermachen. Gut essen und immer wieder ein schönes, kühles Bier!







Der Bericht geht ja schon in die Richtung „Wo bekomme ich den nötigen Sprit
her.“ Hat ja großen Einfluß auf die Reise und ist natürlich sehr nervig…..
Die “ Tankstelle“ in der Zebrabar ist dagegen ja recht himmlisch….
Erholt euch gut.
Birgit & Rudi